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Ratgeber emotionales Essen Podcasts, Videos & Fachartikel


Von 135 kg zum Marathon – Die Prinzipien hinter meiner nachhaltigen Abnahme

Viele Menschen wissen theoretisch, wie Abnehmen funktioniert. Trotzdem scheitern sie immer wieder an Stress, Gewohnheiten oder dem Alltag. In diesem kostenlosen Workshop zeige ich nicht einfach meine Geschichte von 135 kg zum Marathon, sondern die wichtigsten Prinzipien, Denkweisen und Strategien, die mir geholfen haben, mein Leben nachhaltig zu verändern. Ergänzend kannst du dir das passende Workbook herunterladen und die Inhalte direkt auf deine eigene Situation übertragen.

Begrüßung

Ich nehme dich mit in zwei emotionale Momente meiner Gewichts-Revolution.

Vier edle Wahrheiten

Vier edle Wahrheiten, die mir Trost und Hoffnung spendeten

Der achtfache Pfad

Diese acht Praktiken haben mir geholfen, motiviert, achtsam und effektiv abzunehmen.

Was dich erwartet

Erfahre, worauf du dich einstellen musst, wenn du deine Gewichts-Revolution angehst.

Ziele erreichen

Ein weiteres Beispiel, wie ich den achtfachen edlen Pfad nutzte, um ein sportliches Ziel zu erreichen.

Abschluß

Noch ein letzter Impuls und ein großartiger Abschluss des Workshops mit viel Dankbarkeit.

Warum du bei Stress isst und warum das nichts mit Willenskraft zu tun hat

Du kennst das vielleicht: Ein anstrengender Tag, zu viele Termine, keine Pause. Und abends stehst du zum dritten Mal am Kühlschrank, obwohl du eigentlich gar keinen Hunger hast. Danach kommt oft der gleiche Gedanke: Warum schaffe ich das nicht? Ich weiß doch, was ich tun sollte. Die kurze Antwort: Es hat selten mit Wissen oder Willenskraft zu tun. Drei aktuelle Studien aus 2026 zeigen, warum Stress und Essverhalten so eng zusammenhängen – und was davon wirklich nur für bestimmte Situationen gilt.
Kurz zusammengefasst:
  • Menschen mit stark ausgeprägtem emotionalem Essverhalten reagieren auf akuten Stress körperlich messbar stärker: weniger Selbstkontrolle, mehr Appetit, höherer Blutzucker.
  • Nicht Stress allgemein, sondern konkreter Zeitdruck erhöht in einer aktuellen Alltagsstudie das Risiko für Snacking.
  • Regelmäßige, auch kurze Bewegung hängt in einer großen Studie mit weniger emotionalem Essen zusammen.

Ist Stressessen dasselbe wie emotionales Essen?

Nicht ganz. Beide Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet, aber die Forschung unterscheidet sie zunehmend. Emotionales Essen beschreibt Essverhalten als Reaktion auf Gefühle – Ärger, Traurigkeit, Einsamkeit, Langeweile. Stressessen ist enger gefasst: Essverhalten als Reaktion auf eine konkrete Stresssituation. Eine aktuelle Studie aus 2026 zeigt, dass diese Unterscheidung mehr ist als Wortklauberei (siehe unten). Für dich im Alltag ist vor allem eines wichtig: Beides ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Form der Selbstregulation – ein Versuch deines Systems, mit Belastung umzugehen.

Warum isst man bei Stress mehr was die Forschung zeigt

Wer emotional isst, reagiert auf Stress stärker messbar

Eine Studie von AkbarianFiroozabadi und Kolleg:innen, veröffentlicht im April 2026 im British Journal of Health Psychology, hat genau das untersucht, was viele Betroffene aus eigener Erfahrung kennen, aber selten belegt sehen. 90 Erwachsene zwischen 18 und 45 Jahren wurden in zwei Gruppen eingeteilt: 45 mit stark ausgeprägtem emotionalem Essverhalten, 45 mit schwach ausgeprägtem. Alle durchliefen den Trier Social Stress Test – ein standardisiertes Verfahren, bei dem eine kurze Bewerbungssimulation und eine Kopfrechenaufgabe vor einer bewusst unfreundlichen, unbeteiligten Kommission absolviert werden. Das Verfahren löst zuverlässig echten psychosozialen Stress aus und wird seit den 1990er-Jahren in der Stressforschung eingesetzt. Das Ergebnis: Bei der Gruppe mit hohem emotionalem Essverhalten sank nach dem Stresstest die Impulskontrolle gegenüber Essreizen deutlich stärker. Der Appetit stieg messbar an. Der Blutzucker stieg an. Und das emotionale Arbeitsgedächtnis – die Fähigkeit, unter Belastung noch klar zu denken – war spürbar schwächer als vorher. Die Vergleichsgruppe zeigte kaum eine Reaktion. Was das bedeutet: Der Körper von Menschen, die zu emotionalem Essen neigen, reagiert auf Stress nachweislich intensiver. Nicht der Charakter reagiert schwächer. Das Nervensystem reagiert stärker.

Nicht Stress an sich sondern Zeitdruck im Moment

Eine zweite Studie, veröffentlicht im Januar 2026 in der Fachzeitschrift Stress and Health, hat 64 Personen vier Wochen lang im Alltag begleitet. Über eine App wurden sie sechsmal täglich nach ihrem Stresslevel, ihren Emotionen und ihrem Essverhalten gefragt – eine Methode, die sehr nah am tatsächlichen Alltag misst, statt nur im Labor. Das überraschende Ergebnis: Allgemeiner Stress allein hing kaum mit mehr Snacking zusammen. Was den Ausschlag gab, waren konkrete Momente mit Zeitdruck. In diesen Momenten stieg die Wahrscheinlichkeit für Snacking deutlich – bei gleichzeitig kleineren Portionen. Was das bedeutet: „Stress" ist kein Sammelbegriff, der automatisch zu mehr Essen führt. Es sind bestimmte Situationen – vor allem solche ohne Pause, ohne Luft zum Durchatmen – die das Risiko erhöhen. Das ist eine gute Nachricht, weil sie zeigt: Es geht nicht darum, Stress grundsätzlich zu vermeiden. Es geht darum, die eigenen Zeitdruck-Momente zu erkennen.

Bewegung als kleiner, wirksamer Hebel

Eine Untersuchung mit knapp 3.000 Studierenden fand: Wer regelmäßiger Sport trieb, berichtete von weniger emotionalem Essen. Bemerkenswert dabei: Schon kurze Bewegungspausen von 5 bis 10 Minuten schienen die emotionale Regulation zu unterstützen. Das bestätigt, was in der Coaching-Praxis oft sichtbar wird: Es braucht keine radikale Verhaltensänderung. Kleine, wiederkehrende Momente der Regulation wirken oft mehr als große Vorsätze.

Was bedeutet das für dich?

Wenn du dich in diesen Studien wiedererkennst, ist das wichtigste vielleicht dieses: Deine Reaktion auf Stress ist keine Charakterfrage. Sie ist eine Frage der Regulation. Das verändert die Fragestellung. Statt „Warum schaffe ich das nicht" lohnt sich eher die Frage: Was genau ist gerade der Auslöser? Ist es Stress im Allgemeinen – oder ein konkreter Moment ohne Puffer, ohne Pause, mit zu viel gleichzeitig? Die Forschung legt nahe: Nicht das Essverhalten selbst ist der beste Ansatzpunkt. Der bessere Ansatzpunkt liegt davor – bei der Frage, wie du mit Anspannung, Zeitdruck und emotionaler Belastung umgehst, bevor sie sich im Essverhalten zeigt.

Was du konkret tun kannst

  • Momente statt „Stress" identifizieren. Achte eine Woche lang darauf, in welchen konkreten Situationen der Drang zu essen auftaucht. Oft ist es weniger „ein stressiger Tag" als ein ganz bestimmter Moment – ein Termin, der sich überschneidet, eine Aufgabe unter Zeitdruck.
  • Kurze Pausen bewusst einbauen. Schon wenige Minuten Bewegung oder bewusstes Innehalten können die Anspannung senken, bevor sie sich staut.
  • Das Bedürfnis dahinter fragen. Nicht „Was will ich essen", sondern „Was brauche ich gerade eigentlich" – Ruhe, eine Grenze, einen Moment für dich.
  • Selbstkritik aus der Gleichung nehmen. Nach dieser Forschung ist eine stärkere Reaktion auf Stress keine Schwäche, sondern eine biologisch nachvollziehbare Regulationsform. Das nimmt nichts von der Verantwortung – aber es nimmt etwas von der Scham.

Häufige Fragen (FAQs)

Was ist der Trier Social Stress Test? Ein standardisiertes Testverfahren aus der Stressforschung, bei dem eine kurze Rede und eine Kopfrechenaufgabe vor einer bewusst neutral bis unfreundlich reagierenden Kommission absolviert werden. Die Kombination aus Bewertung, Zeitdruck und fehlender Rückmeldung löst zuverlässig echten, messbaren Stress aus – etwa am Anstieg des Stresshormons Cortisol erkennbar. Ist Stressessen ein Zeichen von mangelnder Disziplin? Nein. Die aktuelle Forschung zeigt eher das Gegenteil: Menschen mit ausgeprägtem emotionalem Essverhalten zeigen unter Stress eine stärkere körperliche Reaktion – geringere Impulskontrolle, höheren Appetit, höheren Blutzucker. Das ist eine Regulationsfrage, keine Willensfrage. Hilft Sport gegen Stressessen? Studien deuten darauf hin, dass bereits kurze, regelmäßige Bewegungspausen mit weniger emotionalem Essen einhergehen. Sport ersetzt keine tiefere Auseinandersetzung mit den Auslösern, kann aber ein wirksamer, niedrigschwelliger Baustein sein. Muss ich meinen ganzen Alltag umstellen, um weniger stressbedingt zu essen? Nein. Die Forschung legt eher nahe, gezielt die konkreten Situationen mit Zeitdruck zu erkennen und dort anzusetzen – nicht den gesamten Alltag zu verändern.
Wenn du für dich einordnen möchtest, wie stark emotionales Essen aktuell in deinem Alltag verankert ist, findest du dazu einen kurzen Selbsttest unter test.andreas‒altmannsberger.com

Quellen

  • AkbarianFiroozabadi et al. (2026): Does trait emotional eating intensify stress responses? A quasi-experimental study on cognitive control, biological reactivity and appetite. British Journal of Health Psychology, 31, e70060. https://doi.org/10.1111/bjhp.70060
  • Bamberg et al. (2026): Stressors, Emotions and Eating: Evidence for Time-Pressure-Driven Snacking Rather Than Emotional Eating. Stress and Health. https://doi.org/10.1002/smi.70143
  • Studie zu Bewegung und emotionalem Essen bei Studierenden (2026), zitiert nach: NaturalNews, 22.07.2026. https://www.naturalnews.com/2026-07-22-study-regular-exercise-reduced-stress-eating-college-students.html

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